Hund auf BARF umstellen: Schritt-für-Schritt-Fahrplan
Einen Hund auf BARF umzustellen gelingt am zuverlässigsten, wenn Du mit rohem Frischfutter aus einer einzigen Proteinquelle startest, dem Verdauungstrakt mehrere Wochen Zeit zur Anpassung gibst und neue Komponenten erst dazunimmst, wenn die vorige gut vertragen wird. Roh und unerhitzt ist dabei die ehrlichste Basis: Du siehst genau, was im Napf liegt. Wie der Umstieg Schritt für Schritt klappt und mit welchem unserer BARF-Mixe der Einstieg am einfachsten ist, liest Du hier.
BARF, also Rohfütterung mit Muskelfleisch, Innereien, Knochenanteil und pflanzlichen Ergänzungen, ist für viele Hundehalter ein bewusster Schritt weg vom industriell hochverarbeiteten Trockenfutter. Der Wechsel ist aber kein Schalter, den man einfach umlegt. Der Verdauungstrakt eines Hundes ist für rohes Fleisch grundsätzlich ausgelegt und kann sich anpassen. Trotzdem braucht er Zeit, und genau in dieser Übergangsphase tauchen die meisten Fragen auf: Womit fange ich an? Wie viele Wochen dauert das? Was ist normal, was ein Warnsignal? Dieser Fahrplan beantwortet sie der Reihe nach.
Warum rohes BARF die ehrlichste Basis ist
Industrielles, hochverarbeitetes Trockenfutter durchläuft hohe Temperaturen, trägt oft eine lange, unklare Zutatenliste und versteckt tierische Rohstoffe hinter Sammelbegriffen wie "tierische Nebenerzeugnisse". Rohes BARF dreht das Prinzip um: wenige, klar benannte Zutaten, kein Erhitzungsschritt, nichts Verstecktes.
- Eine klar deklarierte Proteinquelle: Wer mit einem rohen Mix aus nur einer Quelle startet, kann eine Reaktion eindeutig zuordnen. Bei einer langen Mischzutatenliste geht das nicht.
- Kein Erhitzungsschritt: Rohes Tiefkühl-BARF wird nicht hocherhitzt. Die Nährstoffsubstanz bleibt weitgehend erhalten.
- Volle Transparenz: Du siehst, was im Napf liegt. Bei voll deklarierten Rezepturen entfällt das Rätselraten über versteckte Komponenten.
- Bessere Verwertung: Rohfütterung wird in der Regel besser verwertet als hochverarbeitetes Trockenfutter, der Kot ist meist fester, kleiner und geruchsärmer.
Unser rohes, tiefgekühltes BARF entsteht nach unseren eigenen Rezepten und ist in dieser Form nur bei uns erhältlich. Für den Einstieg in die Umstellung ist ein fertiger Mix der einfachste Weg: Muskelfleisch, Innereien, Knochenanteil und Gemüse sind bereits ausgewogen kombiniert, Du taust nur auf und servierst.
Unsere Empfehlung für den Einstieg
BARF-Mix Rind, tiefgekühlt
Der unkomplizierte Allrounder für die Umstellung: Muskelfleisch, Innereien, Knochenanteil und Gemüse fertig kombiniert, gewolft, ohne Getreide. Roh und unerhitzt, nach unserem eigenen Rezept, nur bei uns. Du portionierst, taust auf und servierst.

Was vor der Umstellung geklärt sein sollte
Bevor das erste Rohfleisch in den Napf kommt, lohnt es sich, einige Grundlagen zu klären. Wer unvorbereitet startet, läuft Gefahr, in den ersten Wochen aus Unsicherheit aufzugeben oder falsche Schlüsse aus normalen Anpassungsreaktionen zu ziehen.
Drei Fragen sind vor dem Start wichtig:
Erstens: Ist Dein Hund gesund und ausgewachsen? Für gesunde Erwachsenenhunde ist die Umstellung auf BARF in der Regel unproblematisch. Bei Welpen, älteren Hunden und Tieren mit bestehenden Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen, Immundefekten oder Stoffwechselstörungen gilt: Tierarzt zuerst. Die Zusammensetzung muss dann individuell mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.
Zweitens: Hast Du eine verlässliche Bezugsquelle für die BARF-Ware? Tiefgekühlte BARF-Ware von einem spezialisierten Händler ist hygienisch in der Regel gut kontrolliert. Unsere Mixe kommen durchgehend gekühlt und sind voll deklariert. Wer bei Metzger oder Schlachter kauft, sollte sicher sein, dass die Ware für die Rohverfütterung geeignet ist, also frisch und ohne Unterbrechung der Kühlkette.
Drittens: Hast Du die Grundstruktur einer BARF-Ration verstanden? Die verbreitete 80/10/10-Faustregel, also etwa 80 Prozent Muskelfleisch, 10 Prozent Knochen oder Calciumersatz und 10 Prozent Innereien, ist ein gängiger Orientierungsrahmen. Bei einem fertigen Mix musst Du diese Balance nicht selbst treffen, sie ist bereits eingestellt. Wer selbst mischt, sollte wissen, worauf er mittel- und langfristig hinarbeitet.
Die zwei Methoden: kalte und schrittweise Umstellung
Es gibt im Wesentlichen zwei Wege, einen Hund von Trockenfutter auf BARF umzustellen. Beide haben ihre Berechtigung, und welcher besser passt, hängt vom Hund, seiner Vorgeschichte und Deiner Bereitschaft zur Beobachtung ab.
Methode 1: Die kalte Umstellung
Bei der kalten Umstellung fällt das Trockenfutter von einem Tag auf den anderen weg. Morgens gibt es kein Trockenfutter mehr, stattdessen direkt rohes Fleisch. Manche empfehlen, einen Fastentag davor einzulegen, damit der Magen leer und bereit ist. Das ist optional, nicht zwingend.
Vorteil dieser Methode: Sie ist einfach, klar und vermeidet die Mischung von Trockenfutter und Rohfleisch im Magen, was für manche Hunde verträglicher ist, weil die zwei Verdauungswege unterschiedlich arbeiten.
Nachteil: Manche Hunde reagieren auf den abrupten Wechsel mit vorübergehend weichem Kot, Magengeräuschen oder leichter Verdauungsunruhe. Das ist in den meisten Fällen vorübergehend, kann aber für Halter beunruhigend sein, die nicht wissen, was normal ist.
Methode 2: Die schrittweise Umstellung
Bei der schrittweisen Methode wird das Trockenfutter über ein bis vier Wochen sukzessive reduziert, während der Rohfutter-Anteil steigt. Ein typischer Ablauf: in der ersten Woche ein Viertel der Mahlzeiten als BARF, drei Viertel als Trockenfutter. In der zweiten Woche hälftig. In der dritten Woche drei Viertel BARF, in der vierten Woche vollständig BARF.
Vorteil: Der Hund gewöhnt sich langsam um, und Veränderungen im Verdauungsverhalten sind leichter zuzuordnen.
Nachteil: Manche Fachleute weisen darauf hin, dass die gleichzeitige Verdauung von hochverarbeitetem Trockenfutter und rohem Fleisch im Magen physiologisch uneinheitlich abläuft. Einige Hunde vertragen diese Mischungsphase schlechter als einen klaren Schnitt.
Vergleich der Methoden: was für wen passt
Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welche Methode für welchen Hund sinnvoll ist:
| Kriterium | Kalte Umstellung | Schrittweise Umstellung |
|---|---|---|
| Geeignet für | Gesunde, ausgewachsene Hunde ohne Vorerkrankungen | Empfindliche Mägen, Hunde mit Vorgeschichte von Verdauungsproblemen |
| Tempo | Sofortiger Wechsel, kein Mischzeitraum | 1 bis 4 Wochen Übergangsphase |
| Typische Reaktionen | Kurzzeitig weicher Kot möglich in den ersten Tagen | Seltener abrupte Reaktionen, aber längere Anpassungsphase |
| Einstiegserfahrung | Erfordert Nervenstärke und klare Beobachtung | Gibt Dir mehr Zeit, Reaktionen einzuschätzen |
| Nicht geeignet für | Welpen, Senioren, Hunde mit Erkrankungen | Hunde, die auf gemischte Kost stark mit Verdauungsproblemen reagieren |
| Fastentag davor | Optional, von manchen empfohlen | Nicht notwendig |
| Tierärztliche Beratung sinnvoll | Bei Unsicherheit oder Vorerkrankungen | Bei Erkrankungen immer, sonst bei Unsicherheit |
Womit man beginnt: die erste Proteinquelle
Unabhängig von der gewählten Methode gilt ein Grundsatz: Am Anfang steht eine einzige Proteinquelle. Wer direkt mit Rind, Geflügel, Pansen, Leber und Knochen startet, kann bei einer Unverträglichkeit nicht zurückverfolgen, was das Problem war. Wer mit einer Quelle beginnt und dabei bleibt, bis der Hund sie klar verträgt, behält die Übersicht.
Als Einstiegsprotein gilt Rind als gut verträglich für die meisten Hunde, leicht akzeptiert und unkompliziert. Unser tiefgekühlter BARF-Mix Rind liefert genau diesen Start als fertige, ausgewogene Ration aus einer Quelle. Hat Dein Hund eine Vorgeschichte mit Unverträglichkeiten, ist ein selten gefüttertes Protein wie Kaninchen, Pferd oder Rotwild der sauberere Einstieg, weil der Hund damit noch keinen Kontakt hatte. Welches im Einzelfall passt, klärst Du am besten mit Deiner Tierarztpraxis.
Wie lange sollte man bei einer Proteinquelle bleiben? Eine Woche bis zehn Tage ist ein gängiger Richtwert. Wenn der Hund in diesem Zeitraum normal frisst, normalen Kot absetzt und keine Anzeichen von Unwohlsein zeigt, ist die erste Quelle eingewöhnt und die nächste Komponente kann dazukommen.
Kein Gefrierfach? Die gereifte Variante im Glas
Rohes Tiefkühl-BARF ist eine besonders nährstoffschonende Basis, weil nichts erhitzt wird. Es braucht aber Platz im Gefrierfach und etwas Planung beim Auftauen. Wenn das gerade nicht in Deinen Alltag passt, etwa auf Reisen, im Sommer oder bei wenig Platz, ist unser gereiftes Nassfutter im Glas die ehrlichste verarbeitete Alternative: schonend zubereitet statt hocherhitzt wie klassisches Dosenfutter, voll deklariert, schrankfähig und sofort servierbar. Damit lässt sich eine Umstellung auch dann starten, wenn kein Gefrierfach frei ist.
Die Alternative ohne Gefrierfach
Gereiftes Nassfutter im Glas
Schonend zubereitet, voll deklariert, schrankfähig und sofort servierbar. Für Halter, die kein Gefrierfach nutzen oder viel unterwegs sind.
Schritt für Schritt: die Einführungsreihenfolge
Nach dem Einstieg mit einer Proteinquelle folgen weitere Komponenten in einer sinnvollen Reihenfolge. Wer einen fertigen Mix füttert, hat diese Balance bereits ausgewogen vor sich. Wer selbst zusammenstellt, geht so vor:
Schritt 1: Muskelfleisch. Eine einzige Sorte, zuverlässig vertragen, keine anderen Zutaten.
Schritt 2: Eine zweite Fleischsorte. Wechsel einüben, Toleranz für verschiedene Quellen aufbauen. Immer eine neue Zutat, nicht zwei gleichzeitig.
Schritt 3: Pansen oder andere Magenorgane. Pansen ist eine klassische und gut verträgliche erste Innereienkomponente. Kleine Mengen zu Beginn, Beobachtung über einige Tage.
Schritt 4: Drüseninnereien. Leber ist für viele Hunde gut verträglich, enthält aber in größeren Mengen sehr viel Vitamin A. Kleine Mengen und nicht täglich sind der vernünftige Weg. Niere kann ebenfalls eingeführt werden, ebenfalls in kleinen Mengen. Innereien langsam und beobachtend einführen.
Schritt 5: Calciumquelle. Rohe Knochen, Knochenpulver oder Calciumcarbonat. Bei rohen Knochen gilt: weiche Knochen wie Hühnerhals oder Hühnerflügel sind für Einsteiger zugänglicher als harte Röhrenknochen. Knochen immer unter Aufsicht, nie gekochte Knochen.
Schritt 6: Pflanzliche Ergänzungen. Gemüse, Obst, ölhaltige Ergänzungen wie Leinöl. Diese kommen nach dem animalischen Grundgerüst und sind je nach gewähltem BARF-Konzept optional.
Wenn Du die schrittweise Methode fährst, nimm Dir den Umstellungsplan dazu: Er rechnet die Staffel mit Mengen für Deinen Hund durch, zum Abhaken und Ausdrucken. Und im kostenlosen Futter-Tagebuch siehst Du schwarz auf weiß, wie Dein Hund die ersten zwei Wochen wegsteckt.
Snacks während der Umstellung: protein-passend bleiben
Leckerlis gehören dazu, sollten in der Umstellungsphase aber zur gewählten Proteinquelle passen. Wer mit Rind startet und nebenbei Hühnchen-Snacks gibt, verwässert die saubere Einzelprotein-Logik und kann eine Reaktion nicht mehr eindeutig zuordnen. Faustregel: maximal etwa 10 Prozent der Tageskalorien aus Snacks, und die Proteinquelle der Snacks passt zum Hauptfutter. Luftgetrocknete Trainingswürstchen aus einer Proteinquelle sind dafür ideal, weil sie klein portionierbar und voll deklariert sind.
Protein-passend zum Einstieg mit Rind
Trainingswürstchen Rind
Luftgetrocknet, eine Proteinquelle, kleines Format. Passt protein-genau zum BARF-Mix Rind, ohne die saubere Einzelprotein-Phase zu stören. Startest Du mit einem anderen Protein, findest Du in der Snack-Auswahl auch Kaninchen, Pferd und Rotwild.

Typische Anpassungsreaktionen und was sie bedeuten
In den ersten Wochen nach der Umstellung beobachten viele Halter Veränderungen, die sie beunruhigen. Die meisten davon sind normale Anpassungsreaktionen, keine Zeichen für ein grundlegendes Problem.
Normale Reaktionen in den ersten zwei bis vier Wochen:
- Veränderter Kot. BARF-Kot ist in der Regel fester, kleiner und geruchsärmer als Trockenfutter-Kot. In den ersten Tagen kann der Kot weich oder schleimig sein, besonders wenn der Hund zuvor lange Trockenfutter bekommen hat. Das normalisiert sich in der Regel von selbst.
- Kleinere Kotmengen. Rohfütterung wird besser verwertet als hochverarbeitetes Trockenfutter. Weniger Kot ist kein Zeichen für ein Problem.
- Weißlicher, krümeliger Kot. Das passiert, wenn die Calciumquelle höher dosiert wird als die aktuelle Verdauungsleistung verarbeiten kann. Menge reduzieren.
- Magengeräusche und Kollern. Häufig in den ersten Tagen, geht in der Regel von selbst vorbei.
- Gras fressen. Manche Hunde fressen in der Umstellungsphase häufiger Gras. Das ist ein bekanntes Verhalten und in der Regel kein Warnsignal.
- Kurzzeitige Appetitveränderungen. Manche Hunde sind zu Beginn zögerlich, andere fressen gieriger als zuvor. Beide Varianten können in den ersten Tagen auftreten.
Reaktionen, bei denen Du die Tierarztpraxis aufsuchst:
- Anhaltender Durchfall über mehr als zwei bis drei Tage ohne Verbesserung.
- Blut im Kot oder im Erbrochenen.
- Deutlicher Gewichtsverlust innerhalb weniger Tage.
- Starke Lethargie oder vollständige Futterverweigerung über mehr als einen Tag.
- Aufgedunsener, harter oder druckempfindlicher Bauch.
Unsere Einordnung
Die Frage, ob man kalt oder schrittweise umstellen soll, wird oft so behandelt, als gäbe es eine richtige und eine falsche Antwort. Das stimmt nicht. Beide Methoden haben ihre Berechtigung, und beide funktionieren für die meisten gesunden Erwachsenenhunde gut.
Unsere Einschätzung: Für einen robusten, gesunden Hund ohne Vorerkrankungen und ohne Vorgeschichte von Verdauungsproblemen ist die kalte Umstellung oft der unkompliziertere Weg. Ein klarer Schnitt, keine Mischphasen, ein überschaubarer Beobachtungszeitraum. Wer seinen Hund gut kennt und weiß, dass er auf Futterumstellungen empfindlich reagiert, fährt mit der schrittweisen Methode sicherer, weil er mehr Zwischenschritte hat und jede Reaktion besser einordnen kann.
Was wir für wichtiger halten als die Methode selbst: Geduld in den ersten Wochen und die Bereitschaft, die Einführungsreihenfolge ernst zu nehmen. Wer zu viele Zutaten gleichzeitig einführt, verliert den Überblick und kann im Problemfall nichts zurückverfolgen. Genau hier spielt ein fertiger Mix aus einer Proteinquelle seinen Vorteil aus: Die Balance stimmt von Anfang an, und Du behältst trotzdem die Kontrolle über das Tempo.
Für Welpen, Senioren und kranke Hunde gilt davon unabhängig: keine Umstellung ohne tierärztliche Beratung. Das ist keine Vorsichtsübertreibung, sondern der einzige vernünftige Weg, wenn der Hund in einer sensiblen Lebensphase ist oder eine Erkrankung hat, die durch eine falsch zusammengestellte Rohration verschlimmert werden könnte.
Häufige Fehler beim Einstieg ins Barfen
Wer andere BARFer beobachtet oder in Foren mitliest, stößt auf bestimmte Fehler, die sich regelmäßig wiederholen. Sie zu kennen hilft, sie zu vermeiden.
Fehler 1: Zu viele Zutaten auf einmal. Der Wunsch, sofort eine vollständige und abwechslungsreiche Ration zu füttern, ist verständlich, aber kontraproduktiv. Wenn nach drei Tagen mit sieben Komponenten Verdauungsprobleme auftreten, lässt sich nicht mehr feststellen, was die Ursache war.
Fehler 2: Innereien zu früh und zu viel. Leber in zu großen Mengen führt zu Durchfall, weil sie sehr reich an Vitaminen und Spurenelementen ist. Geduldig kleine Mengen einführen und steigern.
Fehler 3: Calciumquelle vergessen oder überdosieren. Eine ausgewogene BARF-Ration braucht eine Calciumquelle. Wer sie vergisst, riskiert langfristig einen Mangel. Wer überdosiert, bekommt weißen Krümelkot und im schlimmsten Fall Verstopfung. Bei einem fertigen Mix ist der Knochenanteil bereits eingestellt.
Fehler 4: Normales Beobachten mit Kontrollverlust verwechseln. Wer beim ersten weichen Kottag direkt zur Tierarztpraxis rennt oder sofort die Methode wechselt, gibt sich keine Chance, die Anpassungsreaktion von einem echten Problem zu unterscheiden. Bei nicht alarmierenden Zeichen sind zwei bis drei Tage abwarten und beobachten der richtige Schritt.
Fehler 5: Gekochte Knochen füttern. Gekochte Knochen brechen in scharfe Splitter und können Speiseröhre, Magen oder Darm verletzen. Das ist kein BARF-spezifischer Hinweis, sondern ein allgemeines Sicherheitsprinzip. Immer roh, nie gekocht.
Besondere Fälle: Welpen, Senioren, Hunde mit Erkrankungen
Welpenfütterung mit BARF ist möglich, aber deutlich anspruchsvoller als die Umstellung eines ausgewachsenen Hundes. Welpen haben einen höheren Bedarf an bestimmten Nährstoffen, wachsen schnell und reagieren auf Mangel- oder Überversorgung sensibler als Erwachsenenhunde. Eine Umstellung im Welpenalter sollte immer mit einer Tierarztpraxis oder einer veterinärmedizinischen Ernährungsberatung begleitet werden.
Für Senioren gilt Ähnliches: Ältere Hunde haben teils veränderte Nährstoffbedarfe, und eine Niereninsuffizienz oder andere Alterserkrankungen können bedeuten, dass bestimmte BARF-Komponenten angepasst werden müssen. Die Grundidee der Rohfütterung schließt eine individuelle Anpassung nicht aus, erfordert sie aber.
Hunde mit akuten Erkrankungen oder nach Operationen sollten nicht in dieser Phase auf BARF umgestellt werden. Der Verdauungstrakt eines kranken Hundes ist zusätzlich belastet, und die Umstellungsphase ist ein physiologischer Stress, der in dieser Zeit vermieden werden sollte. Erst wenn der Hund stabil und erholt ist, ist der richtige Zeitpunkt für eine Umstellung. Tierarzt zuerst.
Hygiene und Lagerung: was beim Barfen immer gilt
Rohfleisch bringt Hygieneregeln mit sich, die beim Barfen konsequent eingehalten werden müssen. Das ist keine Besonderheit der Umstellungsphase, sondern Dauerprinzip.
- Tiefkühlware durchgehend kühl halten und im Kühlschrank auftauen, nicht bei Raumtemperatur auf der Arbeitsplatte.
- Aufgetautes Fleisch nicht wieder einfrieren. Was aufgetaut ist, wird innerhalb von 24 bis 48 Stunden verfüttert oder entsorgt.
- Schneidbretter, Messer und Arbeitsflächen nach dem Kontakt mit rohem Fleisch heiß waschen.
- Hände nach dem Portionieren gründlich waschen.
- Den Futternapf nach jeder Mahlzeit reinigen.
- In Haushalten mit immungeschwächten Personen, Schwangeren oder Kleinkindern die Rohfütterung vorab ärztlich abklären und direkten Kontakt mit rohem Fleisch vermeiden (Hinweis des BVL, 2022).
Wer diese Regeln von Beginn an einübt, macht sie zur Routine und hat danach keinen Mehraufwand mehr gegenüber der Zubereitung gewöhnlicher Rohfleischgerichte.
Fortschritt beobachten: Was ein Hund nach gelungener Umstellung zeigt
Nach vier bis acht Wochen sollte sich zeigen, ob die Umstellung funktioniert. Anzeichen dafür, dass der Hund die neue Ernährung gut verarbeitet:
- Fester, kleiner Kot ohne anhaltende Probleme.
- Stabiles Gewicht oder, wenn vorher Übergewicht vorhanden war, eine langsame Annäherung an das Idealgewicht.
- Gutes Fell: Veränderungen an Fellstruktur und Glanz zeigen sich erst nach Wochen, nicht nach Tagen.
- Normale Energie und Schläfrigkeit ohne Apathie.
- Guter Appetit ohne Futterverweigerung.
Kein einzelnes Anzeichen sollte überbewertet werden: Jeder Hund ist anders, und Fortschritte zeigen sich individuell. Was nicht als Messlatte taugt, sind Erfahrungsberichte aus sozialen Medien, die in wenigen Wochen dramatische Veränderungen beschreiben. Die Realität der meisten Umstellungen ist unauffälliger: Der Hund frisst gut, der Kot wird besser, und nach einigen Wochen ist BARF schlicht der neue Alltag.
Wann Du die Tierarztpraxis einbeziehst
Abseits der bereits genannten Warnsignale gibt es Situationen, in denen eine tierärztliche Beratung sinnvoll ist, auch ohne akute Symptome:
- Vor der Umstellung, wenn der Hund älter ist, Vorerkrankungen hat oder Du unsicher bist.
- Wenn Du eine BARF-Ration für einen Welpen zusammenstellen möchtest.
- Wenn Dein Hund trotz mehrwöchigem BARF nicht zunimmt oder Gewicht verliert, obwohl die Ration ausreichend erscheint.
- Wenn Du spezifische Nährstoffe wie Zink oder Jod supplementieren möchtest und Dir über die Dosierung nicht sicher bist.
- Wenn Du Fragen zur Calciumzufuhr, zu Innereienmengen oder anderen Rationsdetails hast, die über allgemeine Orientierungsrahmen hinausgehen.
Fragen zur BARF-Umstellung kannst Du auch direkt an uns richten: kontakt@dogssupreme.de.

Zusammenfassung: Das Wichtigste zur BARF-Umstellung
Die Umstellung eines Hundes auf BARF ist für einen gesunden Erwachsenenhund in der Regel gut machbar, wenn man methodisch vorgeht. Kalte oder schrittweise Methode: Beide funktionieren, die Wahl hängt vom Hund und von Deiner Ausgangssituation ab. Wichtiger als die Methode ist die Einführungsreihenfolge: eine Proteinquelle nach der anderen, Innereien erst nach dem Muskelfleisch, Calciumquelle nicht vergessen, Knochen immer roh. Normale Anpassungsreaktionen in den ersten Wochen von echten Warnsignalen unterscheiden. Für Welpen, Senioren und kranke Hunde immer tierärztliche Begleitung einplanen. Hygieneregeln von Beginn an konsequent einhalten. Wer sich das Wiegen, Mischen und Rechnen sparen möchte, startet mit einem fertigen Mix aus einer Proteinquelle.
Unser Futter für die Umstellung
Rohes BARF nach eigenem Rezept, nur bei uns
Genau an dem Punkt, an dem der Fahrplan vom Wiegen, Mischen und Rechnen lebt, nimmt Dir unser tiefgekühlter BARF-Mix die fehleranfälligste Arbeit ab: Muskelfleisch, Innereien, Knochenanteil und Gemüse sind nach unseren eigenen Rezepten fertig kombiniert, in dieser Form nur bei uns, roh und unerhitzt. Du portionierst nur noch und taust auf und bleibst trotzdem Schritt für Schritt in Kontrolle über das Tempo. Wer kein Gefrierfach frei hat oder flexibel bleiben möchte, startet alternativ mit unserem gereiften Nassfutter im Glas. Was im Einzelfall passt, klärst Du am besten mit Deiner Tierarztpraxis.
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